Computer und neue Medien
- Chancen und Gefahren -


Referat von Gerald Wißgott, Fachberater für
Informatik am Staatl. Schulamt Ansbach

Kontakt: gerald@wissgott.com

 

 

Chancen der Nutzung neuer Medien im Unterricht

 

Medienkompetenz

Es ist eine zentrale Aufgabe der Schule, den Schüler so weit zu bilden, dass ihm später die Selbstverwirklichung im Beruf und im privaten Leben gelingt und dass er den Ansprüchen, die die Gesellschaft in der Zukunft einmal an ihn stellen wird, gerecht werden kann. Ein wesentlicher Faktor hierbei sind die Möglichkeiten individuellen Lernens durch Lernprogramme am Computer sowie die revolutionären Veränderungen der Kommunikationsmöglichkeiten durch das "Internet". So ist das Internet ein unverzichtbarer Bestandteil der Medienkompetenz, die unsere Schule den Schülern vermitteln muss.

Auszug aus den Grundlagen und Leitlinien des neuen Hauptschullehrplans:

"Die Bildungsarbeit der Hauptschule ist dem praktischen Leben zugewandt, nimmt dieses aber nicht zum alleinigen Maßstab. Sie befähigt die Schüler zur Teilnahme an ihm und lässt sie zugleich die Distanz gewinnen, die sie zu einer verantwortlichen Bewährung in diesem Leben brauchen." (2. Der Auftrag der Hauptschule - 2.3. Wertorientierung)

"Eine neue Aufgabe wächst der Schule mit der Einführung in Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechniken zu." (4. Unterricht in der Hauptschule - 4.4. Schlüsselqualifikationen)

"Multimediales Arbeiten und Informationsgewinnung aus Datennetzen ermöglichen neue Formen des Lehrens und Lernens." (4. Unterricht in der Hauptschule - 4.6. Lehr- und Lernformen)

 

Weitere Gründe

Neben dem Erwerb der Medienkompetenz gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Gründe, das Internet und die damit verbundenen neuen Kommunikationsmöglichkeiten im Unterricht zu nutzen. Die wichtigsten in Stichpunkten:

- Neue Kulturtechniken
- Zugang zum Weltwissen
- Aktualität der gefundenen Informationen
- Erwerb von Sprachkompetenz in Fremdsprachen
- Internationale Partnerprojekte
- Kooperatives Lernen

Nicht zuletzt sind der hohe Motivationsgrad der Schüler beim Chatten sowie beim Surfen im Internet sowie die Vorgaben des amtlichen Lehrplans zu erwähnen.

Präsentation der Schule nach außen

Auch die Schule selbst gewinnt durch die Nutzung des Internets. Nirgendwo sonst außer mittels einer eigenen Homepage im Internet bietet sich eine adäquate Möglichkeit, die eigene Schule einer weltweiten Öffentlichkeit zu präsentieren - und das aktuell, multimedial und interaktiv.

Auszug aus den Grundlagen und Leitlinien des neuen Hauptschullehrplans:

"Damit Schulleben gedeihen kann, ist es für Schüler und Lehrer wichtig, dass ihre Schule von der Öffentlichkeit beachtet wird und Ansehen genießt. Die Schule bemüht sich deshalb darum, ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit der Öffentlichkeit vorzustellen. Alle Formen schulischer Aktivitäten, in denen Lehrer und Schüler die vielfältigen Möglichkeiten der Hauptschule darstellen, sind dazu geeignet." (5. Schulleben, Schulkultur - 5.7. Darstellung nach außen)

 

Informationsbeschaffung

Eines der wichtigsten Arbeitsmittel im Fachunterricht der Hauptschule ist nach wie vor das Schulbuch. Es ist auf den Lehrplan abgestimmt und bietet Informationen in sehr komprimierter Form.

Ein Problem des Schulbuchs ist jedoch - zumindest in einigen Fächern - seine Aktualität. So verursacht beispielsweise ein Erdkunde- oder Geschichtsbuch, das die neuesten politischen Veränderungen aufgrund seines Erscheinungsdatums nicht mehr berücksichtigt, oft nicht unerhebliche Probleme im Unterricht.

Hier besitzt das Internet einen seiner größten Vorteile. Die hier zu findenden Daten sind in der Regel von hoher Aktualität. Außerdem sind sie oft multimedial aufbereitet, d. h. man findet zu dem gesuchten Thema nicht nur Texte, sondern oft auch Bildmaterial sowie Video- und Tondokumente.

Eine nicht zu verleugnende Schwierigkeit ist jedoch das Auffinden der gewünschten Informationen, denn das Internet ist alles andere als logisch und übersichtlich gegliedert. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche Suchdienste etabliert, die beim Auffinden von Informationen behilflich sind. Hier die Internet-Adressen einer Auswahl solcher Suchdienste:

http://www.google.de http://meta.rrzn.uni-hannover.de
http://www.yahoo.de http://www.lycos.de

Kommunikation

Ein weiterer wichtiger Aspekt für den Fachunterricht ist die Kommunikation im Internet per E-Mail, die Beteiligung an "News-Groups" oder das sogenannte "Chatten".

Mittels E-Mail lassen sich Nachrichten mit anderen Personen oder Institutionen in schriftlicher Form austauschen. So lässt sich beispielsweise im Schulbereich eine Partnerschaft zwischen zwei Schulen aufbauen. Gemeinsame Projekte sind hier ebenso möglich wie der einfache Erfahrungs- oder Informationsaustausch. Einen besonderen Reiz bietet die Kommunikation mit fremdsprachigen Schulen. Hier gewinnt nicht nur der Fremdsprachenunterricht, sondern auch das interkulturelle Lernen.

Durch die Beteiligung an News-Groups oder durch Chatten lernen die Schüler viel im Bereich des englischen Sprachgebrauchs, da die Standardsprache des Internets Englisch ist. Allerdings ist dabei zu beachten, dass hier nur selten in reinem "Oxford-Englisch" kommuniziert wird. Vielmehr sind in diesem Bereich die unterschiedlichsten Dialekte und Slangs zu finden - was aber nur die Lebenswirklichkeit widerspiegelt.

Wichtig ist auch, dass der Lehrer insbesondere beim Chatten darauf achtet, dass die Schüler möglichst in ganzen Sätzen schreiben und dabei auch die Rechtschreibregeln beachten. Erfahrungen in der Praxis zeigen nämlich, dass gerade diese beiden Aspekte "im Eifer des Gefechts" schnell ins Hintertreffen gelangen.

 

 

Gefahren der Nutzung neuer Medien im Unterricht

Auch wenn die Nutzung neuer Medien Inhalte und Methoden des Unterrichts durchweg bereichern, so muss man sich doch auch einiger damit verbundener Gefahren bewusst sein. Die Verfügbarkeit eines derart umfangreichen Informationsspektrums verleitet natürlich auch dazu, Daten zu missbrauchen. Dies beginnt mit der Verwendung illegal beschaffter Software (Raubkopien), geht weiter über die Möglichkeit für Schüler, Internetseiten mit gewaltverherrlichenden und pornografischen Inhalten aufzurufen und endet bei der Verletzung des Urheberrechts, wenn ein Schüler Bilder, Texte und Musikdateien fremder Autoren auf ihrer persönlichen Homepage verwendet.

Auch ist im Bereich der elektronischen Medien die Gefahr eines Datenverlustes wesentlich größer als im Bereich der gedruckten Medien. Zu erwähnen sind hier nur die Bereiche der Computersabotage, der technischen Defekte der verwendeten Geräte, der Fehlbedienung durch menschliches Versagen und nicht zuletzt auch der technischen Neuerungen (wer kann heute noch etwas mit Daten anfangen, die vor ein paar Jahren auf einem Commodere 64 erstellt und auf 5,25-Zoll-Disketten abgespeichert wurden). 

Beachtet man jedoch einige Grundregeln im Umgang mit wichtigen Daten, so kann den schlimmsten Katastrophen vorgebeugt werden:

 

Betriebssystem

Die auf dem Markt erhältlichen Betriebssysteme unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihres Preises, sondern auch hinsichtlich der implementierten Sicherheitskriterien.

Windows 95 / 98 / ME

Die Betriebssysteme Windows 95 / 98 / ME der Firma Microsoft zählen zu den Betriebssystemen, die auf den Markt der sogenannten Heimanwender abzielen. Sicherheitskonzepte sind - wenn überhaupt - dann nur in Ansätzen vorhanden. Dies beginnt bereits damit, dass hier bei der Anmeldeprozedur zwar eine Passwortabfrage eingerichtet werden kann, die aber jeder Benutzer durch Drücken der Escape-Taste umgehen kann und somit Zugriff auf das Betriebssystem erhält. Eine Vergabe von Zugriffsberechtigungen für einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse ist nicht möglich. Jeder Benutzer kann alle Dateien einsehen, verändern oder komplett löschen.

Windows NT / 2000

Die Betriebssysteme Windows NT / 2000 der Firma Microsoft  zählen zu den Betriebssystemen, die auf den Markt der sogenannten Firmenanwender abzielen. Es sind aufwendige Sicherheitskonzepte vorhanden. Dies beginnt bereits damit, dass hier  die Passwortabfrage bei der Anmeldeprozedur nicht umgangen werden kann, somit nur berechtigte Nutzer (zumindest solche, die das benötigte Passwort kennen)  Zugriff auf das Betriebssystem erhalten. Durch die Möglichkeit einer Vergabe von Zugriffsberechtigungen für einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse ist gewährleistet, das ein Benutzer nur Zugriff auf die Dateien erhält, für die er die entsprechende Berechtigung besitzt. Hierbei sind Benutzer mit vollen Zugriffsberechtigungen (sogenannte Administratoren) und Benutzer mit eingeschränkten Zugriffsrechten (sogenannte Standardbenutzer) zu unterscheiden. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Vergabe der Berechtigungen auch durch einen Anwender mit der entsprechenden Fachkenntnis eingerichtet werden.  

Windows XP

Das Betriebssysteme Windows XP der Firma Microsoft wird derzeit in zwei Versionen ausgeliefert. Für die Professional-Version gilt uneingeschränkt das zu Windows NT / 2000 Gesagte. Die Home-Version besitzt als Nachfolger von Windows ME zwar im Vergleich zur Professional-Version nur eingeschränkte Berechtigungsstrukturen, ist Windows ME aber hinsichtlich der Sicherheitskonzepte doch deutlich überlegen.

Linux

Das Betriebssysteme Linux bildet heute die einzige ernstzunehmende Alternative zu den Betriebssystemen Firma Microsoft. Sicherheitskonzepte und Berechtigungsstrukturen waren von Anfang an integriert und bieten heute ein hohes Maß an Sicherheit. Hinzukommt der Vorteil, dass der größte Teil der sogenannten Hacker-Tools und Computer-Viren auf Microsoft-Betriebssysteme ausgerichtet sind und deshalb bei Linux keinen Schaden anrichten können.

 

Passwörter

Ein Passwortschutz ist nur so gut wie das verwendete Passwort selbst. Ist dieses aus Angst vor Vergesslichkeit im Klartext auf einen neben dem Einschaltknopf des Computers befindlichen Aufkleber geschrieben, ist dessen Verwendung genauso sinnlos wie die Wahl von leicht erratbaren Passwörtern wie dem eigenen Vornamen oder dem der Ehefrau, einem Geburtsdatum, einer Automarke oder -nummer und dergleichen. Sichere Passwörter sollten mindestens 5 (besser 8) Zeichen lang sich und sich aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und sonstigen Sonderzeichen zusammensetzen. Nur dann ist sichergestellt, dass Hackerangriffe mit der sogenannten Brute-Force-Methode (einfaches Ausprobieren aller möglichen Zeichenkombinationen durch bestimmte Programme) nicht in absehbarer Zeit zum Erfolg führen. Eine Merkhilfe für Passwörter kann eine einfacher Satz sein, z. B. "Ich habe am 7. Februar 1965 Geburtstag." für "IhazF1G".

 

Computerviren

Computerviren wurden von bösen Zeitgeistern geschrieben, um anderen Computernutzern im einfachsten Fall einen Schabernack zu spielen und im schlimmsten Fall einen nicht unerheblichen Schaden zuzufügen, indem auf dessen Computer Dateien gelöscht oder unkontrolliert verändert werden bzw. die gesamte Festplatte formatiert wird. Im Zeitalter der Kommunikation per E-Mail fanden Computerviren rasante Verbreitung, da durch diesen Versandweg schnell eine sehr große Gruppe von Opfern erreicht werden kann, indem sich die Viren in Anhängen von E-Mails verstecken und durch eine spezielle Programmfunktion an alle Einträge im Adressbuch des Computers selbständig weiterversenden.

Schützen kann man sich vor Computerviren, indem man keine Daten oder Software aus unbekannten Quellen einspielt (vor allem keine gecrackte Software von sogenannten Hacker-Seiten) und Anhänge von E-Mails nicht oder erst nach eingehender Prüfung durch einen Virenscanner öffnet. Es sollte jedoch keinesfalls darauf vertraut werden, dass E-Mails von guten Freunden nicht infiziert sind, weil "der so etwas ja nie tun würde" (siehe die Beschreibung des Infektionsweges im vorangehenden Absatz).

Informationen und Testversionen zu Antiviren-Scannern sind zu finden unter:

Norton Antivirus 2001 (Symantec) http://www.symantec.de
McAfee AntiVirus 5.1 (Network Associates) http://www.nai.com
F-Secure Antivirus 4.08 (perComp-Verlag) http://www.percomp.de
AntiVir 9x, Version 6 (H&B EDV) http://www.antivir.de
Dr. Solomon's VirusScan 4.0.3 (Network Associates) http://www.nai.com
Antiviral Toolkit Pro 3.0 (Datsec) http://www.avp-de.com
Norman Virus Control (Norman Data Defense) http://www.norman.de
   
Eicar Testfile (zur Funktionsprüfung) eicar.zip

 

0190-Dialer

Eine mindestens genauso unangenehme Plage wie Computerviren stellen die sogenannten 0190-Dialer dar. Hierbei handelt es sich um Programme, die die im DFÜ-Netzwerk vorhandenen Einstellungen für den Internetzugang außer Kraft setzten und stattdessen eine Verbindung zu einer 0190er-Telefonnummer herstellen, wofür dann Telefonkosten in Höhe von 1,83 €/Minute oder teilweise sogar noch wesentlich mehr anfallen. Dialer installieren sich selbstständig, wenn beim Besuch gewisser Internetseiten (Pornoseiten, Hackerseiten, aber manchmal auch weniger zwielichtige Seiten) leichtsinnigerweise in sich öffnenden Fenstern auf die Schaltfläche "OK" geklickt wird. Hierbei handelt es sich eindeutig um illegale Machenschaften, gegen die gerichtlich vorgegangen werden kann und auch sollte. Allerdings haben die Betreiber dieser Telefonnummern ihren Firmensitz in der Regel im Ausland und ändern auch nach kurzer Zeit ihre Firmenanmeldung, so dass eine Klage vor Gericht häufig ins Leere führt. Eine Unterstützung durch die Betreiber der Telefonnetze wie z. B. die Telekom, die den Gebühreneinzug für diese Firmen übernehmen, kann der Nutzer kaum erwarten, da diese Firmen am erzielten Umsatz prozentual beteiligt sind. Nähere Informationen zur Thematik sind unter den folgenden beiden Adressen zu finden:

Schutz vor Dialern:   http://www.dialerschutz.de
Dialer und Recht:   http://www.dialerundrecht.de/

Nutzer von T-DSL sind von dieser Problematik nicht betroffen, da hier keine Telefonnummer gewählt wird. Internet-Nutzer, die ihren Internetzugang mittels Modem oder ISDN-Karte vornehmen,  können sich vor Dialern durch den Einsatz von Dialer-Warnprogrammen schützen. Das folgende Programm kann empfohlen werden, zumal es bei guter Funktionsweise auch noch kostenlos erhältlich ist:

0190 Warner Version 3.20:

http://www.wt-rate.com/freeware1.htm

Gute Freeware, die Sie warnt, falls ein Programm versucht, eine 0190er-Nummer anzuwählen. Der 0190 Warner überwacht den Aufbau von DFÜ-Netzwerk-Verbindungen. Jeder Verbindungsaufbau mit Angaben zu Datum, Zeit, Namen und Rufnummer der DFÜ-Netzwerk-Verbindung wird in einer Log-Datei gespeichert. Wird eine 019x-Vorwahl erkannt, dann gibt die Freeware sofort eine Meldung aus und ermöglicht es, die Verbindung zu trennen. Der 0190 Warner erkennt den Verbindungsaufbau von Modem und ISDN. Das Programm identifiziert Verbindungen auf beiden ISDN-Kanälen sowie alle CAPI-Dialer.

System: Windows 9x/ME/NT/2000/XP Version: 3.20 Sprache: deutsch Art: Freeware Preis: kostenlos Programm

 

Spyware

Spyware ist im Vergleich zu Computerviren und Dialern relativ harmlos, deswegen aber nicht weniger unangenehm. Manche - vorwiegend kostenlose - Programme werden über Werbung finanziert. Wird ein solches Programm installiert, so wird mehr oder weniger unbemerkt ein zusätzlicher Programmteil aktiviert, der die Surf-Gewohnheiten des Internetnutzers beobachtet und protokolliert. Diese Daten werden dann an bestimmte Server im Internet weitergeleitet, so dass ganze Profile der Surfgewohnheiten des Internetsurfers angelegt werden und dieser somit zielgerichtet mit entsprechender Werbung beschickt werden kann.

Auch für diesen Fall gibt es Programme, die nach solchen Spionage-Zusatzprogrammen Ausschau halten und diese oft zu löschen oder zu deaktivieren vermögen. In einigen Fällen wird hierdurch aber auch die Funktion des eigentlichen Programms beeinträchtigt. Folgendes Programm kann empfohlen werden:

Ad-aware Version 6.00

http://www.lavasoftusa.com/support/download/

Diese Freeware spürt die meisten derzeit verbreiteten Spyware-Tools auf. Spyware ist Software, die eine Internet-Verbindung ohne Wissen oder explizite Zustimmung des Anwenders nutzt. Häufig werden persönliche Teil-Informationen ohne Wissen des PC-Besitzers an die Hersteller installierter Programme übermittelt, die in der Summe ein sehr genaues Profil Ihres Surf-Verhaltens ergeben. Ad-aware findet unter anderem die Spyware-Module von Aureate, Doubleclick, Timesink und Web3000. Die gefundene Schnüffel-Software kann sofort gelöscht werden. Die Sprache können Sie im Programm unter dem Menüpunkt "Configuration | Options" auf Deutsch umstellen.

 

Firewall

Ein weiteres Problem ist das Eindringen von Hackern in fremde Computer. Hier sind zwar die Computer von Privatanwendern etwas weniger gefährdet als Webserver, da sie in der Regel nicht mit einer festen IP-Adresse im Netz hängen, sondern bei jeder Einwahl eine neue Adresse zugewiesen bekommen, aber eine gewisse Gefahr besteht dennoch. Firewalls registrieren sämtliche von außen kommenden Verbindungsversuche mit dem Computer sowie auch alle abgehenden Sendeversuche und können diese bei korrekter Einrichtung entweder melden oder automatisch unterbinden. Die Einstellung einer Firewall ist nicht immer ganz einfach, da schließlich nur unerlaubte Verbindungen unterbunden werden sollen, die normale Arbeit mit dem Internet und Email aber möglichst nicht eingeschränkt werden soll.

Neben diversen kommerziellen Angeboten ist vor allem die für Privatanwender kostenlose Firewall Zonealarm zu empfehlen:

Zonealarm Version 3.7.098:

http://www.zonelabs.com/store/content/home.jsp

 

Sinnvolle Backup-Strategien

Sollte im Fall des Falles doch einmal etwas schief gegangen sein, so ist es von großer Wichtigkeit, ein vollständiges und aktuelles Backup der benötigten Daten zur Verfügung zu haben. Die früher hierfür verwendeten Bandlaufwerke haben wegen des hohen Preises, der langsamen Geschwindigkeit und vor allem wegen der ständig gestiegenen Datenkapazität in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung verloren. Für den Privatanwender bietet sich heute an, die wichtigsten Daten in regelmäßigen Abständen auf CD-R oder CD-RW zu sichern. CD-Rohlinge sind heute äußerst billig, haben bei entsprechender Lagerung eine lange Lebensdauer und bei der Schreibgeschwindigkeit der heute aktuellen Brenner ist der für das Backup zu veranschlagende Zeitbedarf sehr gering. Dabei können die Daten mittels eines Packprogramms (wie z. B. Winzip - http://www.winzip.de/) komprimiert und bei Bedarf sogar mit einem Passwortschutz versehen werden. Ab Windows XP ist sogar eine eigenen Kompressionsfunktion im Betriebssystem bereits enthalten.

Es gibt mehrere Backup-Strategien:

1. Normale Sicherung:
Bei der normalen Sicherung werden alle ausgewählten Dateien kopiert und als gesichert markiert. Beim normalen Sicherungsverfahren benötigt man lediglich die aktuellste Kopie der Sicherungsdateien, um sämtliche Dateien wiederherzustellen. Das normale Sicherungsverfahren führt man im Allgemeinen aus, wenn man das erste Mal einen Sicherungssatz erstellt oder wenn der Umfang der Daten nicht zu groß ist.

2. Differenzielle Sicherung:
Bei der differenziellen Sicherung werden Dateien kopiert, die seit der letzten Sicherung des Typs Normal oder Inkrementell erstellt bzw. geändert wurden. Dateien werden nicht als gesichert gekennzeichnet. Wenn man eine Kombination aus normaler und differenzieller Sicherung durchführt, ist es zum Wiederherstellen von Dateien und Ordnern erforderlich, dass sowohl die letzte normale als auch die letzte differenzielle Sicherung zur Verfügung steht.

3. Inkrementelle Sicherung:
Bei einer inkrementellen Sicherung werden nur die Dateien gesichert, die seit der letzten Sicherung des Typs Normal oder Inkrementell erstellt bzw. geändert wurden. Dabei werden die gesicherten Dateien als solche markiert. Wenn man eine Kombination aus normalen und inkrementellen Sicherungen verwendet, benötigt man zum Wiederherstellen der Daten zum einen den letzten normalen Sicherungssatz und zum anderen alle inkrementellen Sicherungssätze.

Sollte von dem Datengau nicht nur wichtige Daten, sondern auch das Betriebssystem selbst betroffen sein, dann ist es von großem Vorteil, wenn man sich rechtzeitig eine Notfalldiskette erstellt hat. Mit dieser kann ohne grafische Benutzeroberfläche auf das Dateisystem zugegriffen werden, falls Windows einmal nicht mehr starten sollte. Manchmal lässt sich in diesem Notbetrieb der Fehler wieder beheben (die entsprechende Sachkenntnis vorausgesetzt), zumindest aber können dann noch wichtige Daten gesichert werden. Eine Anleitung zur Erstellung einer Notfalldiskette erhält man, wenn man die Windowshilfe aufruft (Fragezeichen ganz rechts in der Menüzeile des Explorers anklicken und bei Hilfethemen nach dem Stichwort "Notfalldiskette" bzw. "Startdiskette" suchen). Bei den älteren Windows-Versionen ist in der Systemsteuerung der Menüpunkt "Software" anzuwählen.

 

© Gerald Wißgott, Wolframs-Eschenbach - Fachberater für Informatik am Staatl. Schulamt Ansbach - Mittelfränkischer Lehrertag, Schwabach am 14. März 2003

 

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